stock research
Wir research research Gaste Herberge und Herz: nun wohnt er bei uns, mag er stock, wie lange er will! Also sprach Zarathustra. Er wird sagen es ist etwas Grausames im Hange meines Geistes: mцgen die Tugendhaften und Liebenswьrdigen es ihm auszureden suchen! In der That, es stock artiger, wenn man uns, statt der Grausamkeit, etwa eine ausschweifende Redlichkeit nachsagte, nachraunte, nachrьhmte, uns freien, sehr freien Geistern: und so klingt vielleicht wirklich einmal unser Nachruhm? Einstweilen denn es hat Zeit bis dahin mцchten wir selbst wohl am wenigsten geneigt sein, uns mit dergleichen moralischen Wort-Flittern und -Franzen aufzuputzen: unsre ganze bisherige Arbeit verleidet uns gerade diesen Geschmack und seine muntere Ьppigkeit. — Die jungen Autoren wissen nicht, dass der gute Ausdruck, der gute Gedanke sich nur unter Seinesgleichen gut ausnimmt, dass ein vorzugliches Citat ganze Seiten, ja das ganze Buch ver nichten kann, indem es den Leser warnt und ihm zuzu rufen scheint: „Gieb Acht, ich bin der Edelstein, und rings um mich ist Blei, bleiches, schmahliches Blei Jedes Wort, jeder Gedanke will nur in seiner Gesell schaft leben: das ist die Moral des gewahlten Stils. Im Wesentlichen sah und horte jetzt der Zuschauer seinen Doppelganger auf der euripideischen Buhne und freute sich, dass jener so gut zu reden verstehe. Der Wirkende ein Phantom, keine Wirklich keit. Aber der durfte es; er schrieb fur die Ganz-Blinden. Wir Europдer von ьbermorgen, wir Erstlinge des zwanzigsten Jahrhunderts, mit aller unsrer gefдhrlichen Neugierde, unsrer Vielfдltigkeit und Kunst der Verkleidung, unsrer mьrben und gleichsam versьssten Grausamkeit in Geist und Sinnen, wir werden vermuthlich, wenn wir Tugenden haben sollten, nur solche haben, die sich mit unsren heimlichsten und herzlichsten Hдngen, mit unsern heissesten Bedьrfnissen am besten vertragen lernten: wohlan, suchen wir einmal nach ihnen in unsren Labyrinthen! woselbst sich, wie man weiss, so mancherlei verliert, so mancherlei ganz verloren geht. Jetzt leben wir zwar noch im Jugendzeitalter der Wissen schaft und pflegen der Wahrheit wie einem schonen Madchen nachzugehen: wie aber, wenn sie eines Tages zum altlichen, murrisch blickenden Weibe geworden ist? — 235 — Fast in allen Wissenschaften hat man die Grundeinsicht entweder erst in jungster Zeit gefunden oder sie wird noch gesucht; wie anders reizt dies an, als wenn «dies Wesentliche festgestellt ist und nur noch eine kummer liche Herbstnachlese dem Forscher ubrig bleibt welche Empfindung man in einigen historischen Disciplinen kennen lernen kann.
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